Stettener Sommertheater

Mitten im Dorf


oder
der Krämer als Eigenbrötler
wird im Sommer 2012 in Neuhausen ob Eck vor dem Freilichtmuseum aufgeführt.

Was bislang undenkbar schien, wird in diesem Sommer zur Realität: Das „Stettener Sommertheater“, landauf landab für seine Professionalität und besondere Qualität bekannt, geht außerhalb der eigenen Gemeinde- und Kreisgrenzen auf die Bühne: Im Freilichtmuseum Neuhausen wird es vom 19. bis 22. Juli vier Vorstellungen des Stücks „Mitten im Dorf oder Der Krämer als Eigenbrötler“ geben.

Das ehemalige Stettener Kaufhaus Pfeiffer, das sich seit seinem Umzug ins Freilichtmuseum in Neuhausen zu einem wahren Besuchermagneten entwickelt hat, und sein letzter Besitzer, Franz Pfeiffer, sorgen also weiterhin für Furore. Schon im vergangenen Jahr machten die Stettener den Umzug des imposanten Gebäudes ins Museum zum Thema ihres traditionellen Sommertheaters, und zwar mit durchschlagendem Erfolg. Rund 4.000 Besucher ließen sich die Vorführungen der vielen Laiendarsteller vor dem historischen Rathaus nicht entgehen und zeigten sich von der Inszenierung begeistert. So auch Museumsleiter Walter Knittel, in dem spontan die Idee reifte, das Stück anlässlich des 100. Geburtstags von Franz Pfeiffer auch im Freilichtmuseum, direkt vor dem früheren Kaufhaus zur Aufführung zu bringen.

Was allerdings im vergangenen Jahr noch wenig realistisch erschien, hat sich inzwischen zu einem Projekt gemausert, hinter dem das Theater Lindenhof und die Stettener Laiendarsteller unter der bewährten Leitung von Claudia Mogg, voll und ganz stehen. Dies kam bei einer Zusammenkunft aller Beteiligten zum Ausdruck, bei der Regisseur Stefan Hallmayer und Projektleiterin Claudia Mogg über den aktuellen Stand der Dinge informierten. Vielen Laiendarstellern war die Lust auf die neue Herausforderung und das gemeinsame Theaterspiel auf fremdem Terrain geradezu ins Gesicht geschrieben. Manche Augen funkelten bereits vor Vorfreude. Vergessen schienen alle Strapazen der langen, aufreibenden Proben- und Spielphase, während der das heimische Wohnzimmer ganzer Familien auf den Rathausplatz verlagert schien. Ganz im Gegenteil: Das Theaterfieber hatte sie offensichtlich schon längst wieder gepackt, als Regisseur Stefan Hallmayer und Claudia Mogg aus den Gesprächen und ihren Besuchen im Freilichtmuseum Neuhausen berichteten: „Es ist ein gewagtes Projekt, aber wenn wir alle wieder mit viel Herzblut dabei sind, kann es eine tolle Sache mit neuen Erfahrungen werden“, waren sich Mogg und Hallmayer einig, „dass uns die ganze Sache auf jeden Fall Spaß machen muss“.

Spieltermine:

Donnerstag, 19.07.2012 (Premiere) Ersatztermin Montag, 23.07.2012
Freitag, 20.07.2012 Ersatztermin Dienstag, 24.07.2012
Samstag 21.07.2012 Ersatztermin Mittwoch, 25.07.2012
Sonntag 22.07.2012 Ersatztermin Donnerstag, 26.07.2012

siehe auch
Freilichtmuseum-Neuhausen

Ein Stück von Franz Xaver Ott

Ein Kaufhaus auf dem Land, zwischen Kirche und Gasthof. Ein reiches Angebot wie für die Stadt, eine Einrichtung wie von anno dazumal. Und Warenstapel bis unter die Decke. Lebenslänglich gesammelt.
Der Krämer, ein Junggeselle wie er im Buche steht, wirft nichts weg. Bewahrt alles auf: „s’könnt jo no ebber braucha“. Geschäftlich gedacht: „ma könnt’s jo no verkaufa“.
Die Leute des Dorfes tragen ihre Einkäufe heraus und ihre Geschichten hinein. Bei diesem Eigenbrötler braucht sich niemand zu verstecken – jeder kann sein, wie er ist. Onkel Franz hört zu und denkt sich sei Sach‘.
Bis er eines schönen Tages das Haus mit den Füßen voraus verlässt.
Wo tragen wir nun unsere Geschichten hin?
Onkel Franz war eben mehr als eine Tante Emma